Project EMOFLEX

EMOFLEX Sich besser fühlen durch Training der emotionalen Flexibilität

Wir sind alle einzigartig – und zwar einzigartig in unserer Verschiedenheit. Nicht nur äußerlich unterscheiden wir uns voneinander, sondern auch in unserem persönlichen Erleben und Verhalten. Das erklärt auch warum jeder eine ganz eigene Sicht von sich selbst und der Welt hat, und gleiche Geschehnisse von unterschiedlichen Personen ganz unterschiedlich bewertet werden. Für den einen ist der halbe Tag bereits vorbei, der andere hat noch den halben Tag vor sich. Zwei unterschiedliche Sichtweisen – beide sind korrekt. Wie dieses einfache Beispiel verdeutlicht, funktionieren alle menschlichen Gehirne unterschiedlich. Das Gehirn ist die Steuerungszentrale des Körpers und kontrolliert wie wir fühlen, lernen, denken und wie wir uns selbst und unseren Mitmenschen gegenüber verhalten. Dabei unterscheiden wir uns erheblich darin, was wir als „Stress“ empfinden. Jemand der keine Höhenangst hat, mag Spaß dabei empfinden über eine Hängebrücke zu laufen, während ein anderer schon allein bei der Vorstellung daran ins Schwitzen gerät. Dem einen mag es leicht fallen mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, während dies für jemand anderen mit Anspannung und Angst verbunden ist. Da stresshafte Begebenheiten jedoch zum Leben dazugehören, entwickeln wir im Laufe unseres Lebens Verhaltensmuster, die es uns ermöglichen unsere Gefühle in unangenehmen oder stressreichen Situationen zu beruhigen.

Doch Vorsicht! Verhalten, das vielleicht kurzfristig hilfreich oder entlastend ist, ist auf lange Sicht keineswegs immer so funktional, sondern kann schlimmstenfalls selbst „zum Problemverhalten“ werden. Fehlt die nötige Flexibilität (z.B. um Abstand von belastenden Gefühlen zu gewinnen), können diese gelernten „automatisierten“ Reaktionsmuster dem gewünschten Ziel entgegenlaufen. Psychologisch betrachtet, muss man also immer abwägen, inwieweit ein bestimmtes Verhalten einem gewünschten Ziel dient. Vielleicht wäre der unliebsame Nachbar ja zu einem netten Kerl geworden, wenn man statt Beschimpfung und Androhung von Polizei einfach nur freundlich darum gebeten hätte, die Musik abends leiser zu stellen…? Vielleicht hätte man sich selbst nachher viel besser gefühlt? „Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum für Entscheidungen“, betont Hirnforscher Joachim Bauer in einem exklusiven Interview mit RBS. Diesen gelte es „wahr“ zu nehmen. Denn hier kann man entscheiden, was einem langfristig guttut. „Unsere modernen Lebensbedingungen verleiten uns jedoch dazu, kaum noch innezuhalten“, warnt der Hirnforscher. „Ohne Abstand zu unseren Emotionen und den Reizen der uns umgebenden Welt, laufen wir Gefahr, uns selbst zu verlieren“.

Emotionen spielen also bei der geistigen Informationsverarbeitung eine entscheidende Rolle. Insgesamt können Gefühle Lernprozesse fördern, indem sie die Aktivität neuronaler Netze intensivieren und damit ihre synaptische Verschaltung stärken (z.B. an besonders schöne oder unschöne Momente erinnert man sich besonders gut). Informationen, die emotional gefärbt sind, prägen sich – wie wir wissen – besonders gut ins Gedächtnis ein. Sie bleiben auch abrufbereiter. Allerdings nur solange die Emotionen nicht zu starke Ausprägungen aufweisen. Schlagen die Emotionen über die Stränge (in Dauer und Intensität) oder dreht das negative Gedankenkarussel in Endlosschleife, so ist das Gehirn neurobiologisch „gestresst“ und kann seinen normalen Aufgaben nicht oder weniger gut nachkommen. Das Resultat: Man vergisst wichtige Dinge und kann sich nicht Neues mehr merken, oder man fühlt sich überfordert und reagiert gereizt oder impulsiv. Dies sind Warnsignale die es zu erkennen gilt! In diesem Falle benötigt das Gehirn Nachhilfe-Unterricht bzw. muss wieder (er)lernen die Zügel in die Hand zu nehmen, sich selbst zu organisieren und zu steuern. Zum Glück haben wir diesen geistigen Handlungsspielraum, der er uns ermöglicht uns selbst und die Dinge, die um uns herum passieren anders zu erleben und uns anders zu verhalten. Wir können lernen, unsere Gefühle selbst zu steuern und einen kühlen Kopf zu bewahren. Um dann zu überlegen, ob alternative Erlebens- und Verhaltensmuster nicht zum selben Zielzustand verhelfen, da ja bekanntlich mehrere Wege nach Rom führen. Um es mit den Worten von Joachim Bauer auszudrücken, „funktioniert unser Stirnhirn wie ein Kutscher, der die Zügel für die Pferde in der Hand hat. Die Pferde sind die nachgeschalteten Hirnregionen, die die Grundgefühle, den Blutdruck, das Immunsystem und die ganzen vitalen Impulsgeber einstellen.“ Genau hier setzt das Projekt EMOFLEX mit vier unterschiedlichen Trainingsprogrammen an:

#1 Neurofeedback – oder wie Ihr Gehirn lernt sich selbst zu regulieren. Eine in der Anwendung relativ junge und für den „Hirnbesitzer“ wenig aufwendige Methode den „inneren Kutscher“ zu stärken ist das Neurofeedback Training (NFB). Es handelt sich dabei um eine computergestützte Trainingsmethode, bei der ausgewählte Parameter der eigenen Gehirnaktivität, über die man für gewöhnlich keine Wahrnehmung hat, wahrnehmbar gemacht werden. Dazu werden am Kopf Elektroden angebracht. Die Elektroden sind so sensibel, dass sie durch die Schädeldecke hindurch die elektrischen Impulse messen können. Es wird nichts in das Gehirn hineingesendet. Beim NFB sieht man auf einen Bildschirm, auf dem z.B. ein Videofilm läuft. Der Therapeut sieht auf seinem Bildschirm das Frequenzspektrum, welches sich ändert und stellt – je nach Trainingsziel – die zu trainierenden Frequenzbereiche ein. Die Gehirnströme werden gemessen, analysiert und der Trainierende bekommt ein sofortiges Feedback. Der Film stockt. Er kann den Trainingsverlauf mitverfolgen. Er muss jedoch nichts dazu beitragen. Neurologisch ist es so, dass das Gehirn ganz alleine und unbewusst die gewünschte Reaktion/neue Verhaltensmuster lernt und unerwünschte abbaut. Ziel des Trainings ist es, durch gezielte Optimierung der Hirnströme eine bessere Selbstregulation zu erreichen.

#2 Sophrologieoder die Lehre der Harmonie des Bewusstseins. Die vom kolumbianischen Arzt Dr. A. Caycedo entwickelte, ganzheitliche  Entspannungsmethode beinhaltet sowohl westliche als auch orientalische Einflüsse und betrachtet den Menschen als Einheit zwischen Körper, Geist und Seele. Sie basiert auf dem Erlernen bestimmter Atemtechniken kombiniert mit gezielten, dynamischen Übungen, verschiedenen Körperposturen sowie positiven Visualisierungen. Das bewusste Erleben des Augenblicks führt dazu, dass man sich selbst, seinen Körper, seine Empfindungen und Gedanken besser kennenlernt. Seinen Körper und seinen Geist bewusst in der Entspannung zu erleben verstärkt das Selbstwertgefühl, erhöht das Selbstbewusstsein, schafft Sicherheit und öffnet ganz neue Perspektiven. Durch regelmäßiges sophrologisches Training lernen Sie, Ihre Gefühle und Emotionen wahrzunehmen, zuzulassen und konstruktiv damit umzugehen. Dies ermöglicht Distanz zu schaffen, in schwierigen Situationen die Kontrolle zu behalten und somit viele Alltagssituationen flexibler und entspannter anzugehen.

#3 Soziale Situation geschickt meistern – oder selbstsicher durch den Dschungel sozialer Beziehungen. Gute soziale Beziehungen stellen eine zentrale Ressource zur Lebensbewältigung dar. Ob es sich nun im Privaten um den Umgang mit Partner oder Familie handelt oder im Beruf mit dem Vorgesetzten und den Kollegen – der friedliche und selbstsicherere Umgang mit herausfordernden Situationen und Beziehungen kann erlernt werden. Im Laufe dieses Trainings lernen Sie genauer auf Ihre Gefühle und Bedürfnisse zu achten und diese selbstsicher zu vertreten. Des Weiteren üben Sie – in einem geschützten Rahmen – Ihre Meinung in sozialen Situationen zu äußern und angemessen auf soziale Anforderungen zu reagieren. Trainingsaspekte bilden u.a. der selbstsichere Umgang mit Kritik, das Aushandeln berechtigter Forderungen, der Aufbau und die Erhaltung sozialer Beziehungen sowie mit Selbstbewusstsein „Nein“ sagen zu können. Das Ziel dieses Trainings ist, dass Sie sozialen Situationen und Beziehungen selbstbewusster entgegentreten können und Ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche an die Situation angepasst äußern lernen.

#4 Emotionsregulation – oder wie Sie Ihre Gefühle im Griff behalten. Wie wir mit Gefühlen umgehen ist zu einem großen Teil gelernt. Diese gelernten Muster sind jedoch nicht in Stein gemeißelt, sondern können – falls nötig – modifiziert oder sogar vollkommen neu gelernt werden. Im kognitiv-verhaltenstherapeutisch basierten Emotionsregulations-Training werden Fragestellungen behandelt, wie „Wozu brauche ich Emotionen und wie kann ich sie besser erkennen und beschreiben? Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Art, wie ich mit Gefühlen umgehe, und meiner körperlichen und seelischen Gesundheit? Ist es beispielsweise hilfreich‚ Ärger zu unterdrücken oder sollte ich ihn besser ausleben? Kann man Emotionen rein über den Verstand steuern? Wie reguliere ich meine Gefühle, um zufriedener und unbeschwerter durchs Leben zu gehen?“ Im Rahmen des Trainings werden Sie sich selbst, Ihren Denkmustern und Ihren Gefühlen „näher kommen“ und hilfreiche Strategien einüben, um auch in schwierigen Situationen die Oberhand über Ihre Gefühlssteuerung zu behalten.

Es ist nie zu spät „sich selbst“ bzw. die eigenen Erlebens- und Verhaltensmuster besser zu verstehen und steuern zu lernen. Denn: „Veränderungen sind unvermeidlich. Persönliches Wachstum ist eine Entscheidung.”