INTERREG-SeNS Extension in Junglinster

Nachdem der Hausbesuchsdienst, der im Rahmen des SeNS Projektes in zwei Pilotgemeinden implementiert wurde, auf große Nachfrage bei den Gemeinden stieß, wurde eine Projektverlängerung SeNS-Extension beantragt. Im Mittelpunkt steht dabei ebenfalls die Zielsetzung der sozialen Vernetzung innerhalb der Gemeinde, wobei der Fokus jedoch stärker auf intergenerationelle und interkulturelle Aspekte des sozialen Miteinanders innerhalb der Gemeinde gesetzt wird.

Kontext

Infolge des demographischen Wandels, der Fluktuation und zunehmenden Mobilität sowie der allgemein veränderten Lebensläufen und Familienformen ist vielerorts eine Abnahme der natürlichen generationsübergreifenden Kontakte festzustellen. Wie Untersuchungen suggerieren, scheinen Begegnungen zwischen jungen und alten Menschen heutzutage zunehmend von geringer Dauer und Intensität gezeichnet zu sein. Dies wiederum bereitet den Nährboden für wechselseitige Entfremdung und zunehmende Isolation älterer Menschen (vgl. Höpflinger, 2010). Dagegen scheinen regelmäßiger Kontakt und Austausch zwischen jungen und älteren Menschen eine positive gegenseitige Wahrnehmung zu begünstigen, die Qualität des sozialen Miteinanders zu stärken und die Lebenszufriedenheit älterer Menschen zu verbessern (Lessing, Gundlach, Hoffmann, Schockweiler & Simon, 2014).

Pilotprojekt

150px-Coat_of_arms_junglinster_luxbrgDie Gemeinde Junglinster, zeigt auf der Basis dieser Überlegungen ein vermehrtes Interesse an der Förderung von generationsübergreifenden Projekten und plant daher, in den nächsten Jahren eine generationenübergreifende, barrierefreie Wohnanlage zu errichten. Dabei entstand die Idee, einen sozialen Treffpunkt / Begegnungsort für alle Anwohner in diese Wohnanlage zu integrieren.
Um dieses Anliegen erfolgreich umzusetzen, wird, in Zusammenarbeit mit dem RBS-Center fir Altersfroen, eine umfassende Bedarfsanalyse (via Interview, Fragebogen, Gruppendiskussionen) bei den Einwohnern allen Alters in Junglinster durchgeführt. Dabei werden ausgewählte Keyactors der Gemeinde (Gemeinderat, Vorsitzende von Vereinen und Interessengruppen, etc.) explizit von den ehrenamtlichen Projektmitarbeitern interviewt. Personen 65+ Jahre werden von studentischen Projektmitarbeitern – nach telefonischer Vereinbarung – in ihrem eigenen Zuhause besucht und haben die Möglichkeit Ideen, Wünsche und Anregungen hinsichtlich des geplanten sozialen Begegnungsortes zum Ausdruck zu bringen. Jugendliche Einwohner werden in Form von moderierten Diskussionsrunden -in Zusammenarbeit mit dem Centre Information Jeunes (CIJ) – im Jugendhaus und im Neien Lycée befragt. Des Weiteren werden alle Bürger schriftlich über das Projekt informiert und zur aktiven Mitgestaltung motiviert. Der Fragebogen wurde auf der Webseite der Gemeinde Junglinster in Deutsch und Französisch zum Download bereitgestellt bzw. konnte in Papierformat beim Gemeindesekretariat bezogen werden. Die Umfrage und Datenerhebung wurde Ende Januar abgeschlossen. Ein schriftlicher Ergebnisbericht der Bedarfsanalyse, einschließlich konkreter Empfehlungen für die räumliche Gestaltung des besagten Begegnungsortes und Interessenschwerpunkte, Ideen und Wünsche der Bürger wird der Gemeinde vorlegt.

Diese Studie wird im Rahmen des Europäischen Projektes INTERREG-SeNS finanziert, das die Zielsetzung hat, soziale Netzwerke auf Gemeindeebene zu optimieren.

Wissenschaftliche Leitung:

Dr. Martine Hoffmann

Projektmitarbeiter:

Andrée Birnbaum

Yannick Hoffmann

Olivier Jordan

Milena Kaufmann

Christiane O’Donnell

Susanne Rick